Gewinnbeteiligungssysteme

Für den Kunden sind die Gewinnverwendungssysteme der Lebensversicherer meist recht undurchsichtig. Bisher müssen die bundesdeutschen Lebensversicherer im Gegensatz zum Ausland noch nicht ausweisen, wie hoch die jeweiligen Guthaben der Kunden sind. Simpel ausgedrückt unterscheiden die Gesellschaften folgende Gewinnverwendungssysteme:

  • Bonussystem (BO): Wer sich für das Gewinnverwendungssystem mit dem Bonussystem entscheidet, ist bestens beraten. Dabei werden die jährlichen Überschussanteile als Einmalbeitrag für eine zusätzliche beitragsfreie Versicherungssumme (Bonus) verwendet. Dadurch erhöht sich von Anfang an die Leistung im Todesfall. Wer seinen Vertrag allerdings vorzeitig zurückkaufen will, erhält weniger Geld als beim System der verzinslichen Ansammlung. Denn der Versicherer macht zuvor beachtliche Abzüge. Auch die Ablaufleistung ist erheblich niedriger als beim System der verzinslichen Ansammlung.
  • Erlebensfallbonus (EB): Bei diesem System werden die Überschusssysteme zum größten Teil zur Erhöhung der Erlebensfallleistung verwendet. Diese führt gegenüber dem Bonussystem zu einer höheren Ablaufleistung.
  • Verzinsliche Ansammlung (VA): Bei der verzinslichen Ansammlung entsteht aus den jährlichen Gewinnanteilen - wie beim Sparbuch - ein besonderes Sparguthaben, das sich jährlich um Zins und Zinseszins erhöht. Den angesparten Betrag bekommt der Versicherte zum Ablauf der Police mit der Versicherungssumme ausbezahlt. Da im Gegensatz zum Bonussystem kein Teil der Versicherungssumme für eine zusätzliche Todesfallleistung verwendet wird, führt die verzinsliche Ansammlung immer zu höheren Ablaufleistungen und höheren Rückkaufwerten. (Ein Rückkaufwert ist der Beitrag, den die Lebensversicherer zurückzahlen, wenn Kunden die Police vorzeitig kündigen.) Je länger die Laufzeit der Police, desto höher ist der Differenzbetrag zwischen Bonussystem und verzinslicher Ansammlung, der am Ende der Laufzeit zur Auszahlung kommt.
  • Beitragsverrechnung (BV): Eine Sonderform der Gewinnverwendung ist die Beitragsverrechnung. Dabei werden die jährlichen Überschüsse sofort mit dem Beitrag verrechnet. Dadurch zahlt der Kunde von Anfang an einen verminderten Beitrag für seine Police. Diese Form verkaufen die Vertreter gern Kunden, die ihre monatliche Belastung durch die erwirtschafteten Überschüsse senken wollen. Wichtig: Bei der Beitragsverrechnung sollten Sie bedenken, dass die Beiträge sich ändern können, wenn die Überschüsse schwanken.
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